Motorola legt nach - der 68030 wird vorgestellt (vor ★40 Jahren) – Jubiläum!

Dieser Termin wiederholt sich jedes Jahr und findet das nächste Mal am statt.

Mehr als nur eine kleine Erweiterung der Familie. Der "030er" bringt einige neue Ansätze mit.

Motorola wirft den 68030 ins Rennen - sehr viel Rechenleistung für das Jahr 1986

Motorola 68030 CPU - vorgestellt am 18.09.1986
Ein kleiner Meilenstein für die alternative CPU Welt - abseits der x86 Struktur
Das detaillierte PIN Layout des MC 68030
Als Top Tier CPUs noch übersichtlich gewesen sind...

An jenem Tag im Jahr 1986 ließ Motorola einmal mehr eine kleine Bombe platzen: Der Konzern stellte den 68030 vor, die neueste Erweiterung der 68000er-Familie. Unglaublich, dass dieses Ereignis bereits so viele Jahrzehnte zurückliegt. Damit war der Chip automatisch die aktuellste und schnellste Fassung seiner Linie.

Während weltweit Madonna, Tina Turner und Samantha Fox die Charts und Schulterpolster die Mode dominierten, entließ die legendäre Chipschmiede ihren neuesten Entwurf in die Freiheit, um sich zu bewähren. Für Fans der 68000er war er weitaus mehr als „bloß" ein würdiger Nachfolger des 68020. Er festigte Motorolas Ruf, immer für eine kleine Sensation gut zu sein, und war ein starkes Lebenszeichen der Architektur. Mit rund 15 Jahren (1979 bis 1994), vom ersten 68000 bis zum letzten 68060, sollte sie sich am Ende als sehr robust und langlebig erweisen.

Nicht nur die schiere Geschwindigkeit machte den Chip beinahe revolutionär. Motorola packte die MMU (Memory Management Unit) erstmals direkt in die CPU; der externe 68851 wurde damit überflüssig. (Der 68EC030 als Low-End-Variante kam später ohne MMU aus.) Das sparte nicht nur Platz: Der 68030 ersparte sich mit seiner integrierten MMU Wartezyklen, verglichen mit dem externen 68020/68851-Gespann. Mit dieser Designentscheidung folgte Motorola einem Trend, den Intel mit dem 80386 (1985) bereits vorgezeichnet hatte.

Auch eine zweite Premiere gab es: einen eigenen 256-Byte-Datencache, erstmals in der 68000er-Familie. Der ebenso große Befehlscache stammte vom 68020, beide waren über getrennte interne Busse angebunden. Freunde der Harvard-Architektur wird das natürlich bekannt vorkommen. 😉 Im „Burst-Modus" jagten die Daten förmlich über den Bus und ließen den externen RAM ein wenig veraltet im Regen stehen.

Auch die puren Specs waren für damalige Verhältnisse überaus beeindruckend: 273.000 Transistoren, anfangs beinahe gemächliche 16 MHz, später ansehnliche 50 MHz mit rund 18 MIPS. Verfügbar war der Chip beinahe ein Jahr nach seiner Vorstellung, ab 1987. Der „030er", wie ihn seine Fans liebevoll nannten, fand sich in leistungsfähigen Flaggschiffen diverser Hersteller. Eine Auswahl:

  • NeXT Computer (1988)
  • Apple Macintosh IIx (1988)
  • Apple Macintosh SE/30 (1989)
  • Apollo/Domain DN2500 (1989)
  • HP 9000/340 (1989)
  • Apple Macintosh IIfx (1990)
  • Atari TT (1990)
  • Amiga 3000 (1990)
  • Amiga 4000 (1992)
  • Atari Falcon (1992)

Die CPU zeigte eindrucksvoll, dass 1986 gerade potente Rechenleistung immer kompakter und erschwinglicher wurde. Motorolas RISC-Antwort folgte erst zwei Jahre später: der 88000.

Zuletzt bearbeitet

Dieser Beitrag wurde zuletzt am 28.09.2026 um 22:58 Uhr von doomguy bearbeitet.

Zum Kommentarbereich

zurück zum Retro-Kalender

Kommentare

Einen Kommentar schreiben

Sie müssen sich anmelden, um Kommentare hinzuzufügen.